Warum ich mich von iE und intueat abwende

Ein letztes Mal: Hallo ihr Lieben,

Ich freue mich sehr, dass Du wieder zu mir gefunden hast – ein letztes Mal in diesem Blog.

Wie Du eventuell entweder schon durch meinen Schreibstil der vorherigen Blogbeiträge, durch meine Instagram Posts oder durch meine insgesamte Inaktivität in einschlägigen iE Foren gemerkt hast, habe ich das intuitve Essen aufgegeben und vor allem mit intueat gebrochen. Heute möchte ich erklären, wie es dazu kam. Und damit schreibe ich hier meinen letzten Artikel. Zudem werde ich diesen Artikel nicht so stark bewerben, wie die vorherigen, so dass ich von meinen üblichen knapp 200 Lesern nur einen winzigen Bruchteil erreichen werde. Ich will das Thema für mich einfach nur beenden und meinen treuen Lesern einen Grund für meinen Ruckzug geben.

Ich möchte von Anfang an eines klar stellen: intuitives Essen – per Definition – bleibt immer das höchste meiner Ziele, wenn es ums Essen geht! Aber ich werde dieses Ziel nicht mehr in der Form verfolgen, wie ich es bisher getan habe.

Wie Du vielleicht weißt: Ich habe mich vor etwas mehr als 6 Monaten bei intueat angemeldet, schon davor wusste ich, was intuitives Essen ist und hatte mich mit Paul McKennas Ansatz auseinandergesetzt. Ich wusste also worauf ich mich einlasse – dachte ich zumindest.

Bevor ich weiter erkläre, möchte ich Dir eine Reflektionsfrage stellen: Warum hast du mit intueat (oder dem intuitiven Essen, falls du es ohne Programm machst) angefangen? Was war dein vorrangiger Grund? „Um abzunehmen!“ Habe ich Recht? 😉 Gut gehen wir weiter, gucken wir uns die intueat Seite an. Das erste, was auffällt sind diese Stichpunkte:

Intuiviv essen, Diäten vergessen.

Das rundum Wohlfühlprogramm

Diätfrei leben

Entspannt abnehmen

Rundum wohlfühlen

Wenn wir nun etwas runterscrollen, kommt dieser Satz „Ohne Diät zum Wohlfühlgewicht“. In Retrospektive bin ich ehrlich gesagt verwirrt. Was ist denn nun das Hauptziel? Dass ich abnehme oder dass ich mich wohlfühle? Das Wohlfühlen habe ich ganz klar und deutlich erreicht. Obwohl ich heute mehr wiege, als ich es in den letzten 8,5 Jahren getan habe, fühle ich mich besser als ich es wahrscheinlich jemals zuvor getan habe. ABER mein Ziel war nicht wohlfühlen, mein Ziel war abnehmen und das habe ich um Meilen verfehlt. Sogar in die völlig falsche Richtung.

Mir ist klar, dass ich da eher ein Extrembeispiel bin, aber wenn man aufmerksam im Forum liest, schreibt ein beträchtlicher Anteil der Teilnehmer, die schon etwas länger dabei sind: „Ich fühle mich wohl, aber ich habe noch nichts abgenommen. Ich bin mir sicher, dass das Programm der einzig richtige Weg ist, aber irgendwas mache ich falsch.“ Das erinnert doch sehr stark an Gedanken, die wir haben, wenn mal wieder eine Diät gescheitert ist, autsch! Das ist doch alles a la: „Das System stimmt, nur habe ich nicht die Willensstärke.“

Auch ich bin voll und ganz im Wohlfühlen und Selbstliebe und und und aufgegangen. Ich habe mich völlig im Wohlfühllabyrinth verlaufen und bin darin erstmal voll aufgegangen. Ich war voll dabei, habe das Programm 2 mal sehr aufmerksam durchgearbeitet, mich mit weiterführender Literatur beschäftigt, habe es überall hoch gepriesen (hey! Im Endeffekt ist das hier ja ein Blog über intueat!) etc. bis mir vor kurzem zwei Dinge klar wurden:

  • Wohlfühlen ist ein super tolles Ziel. Wer möchte das nicht? Im Endeffekt wollen wir alle nur unser Leben geniesen. Aber es war nicht mein anfängliches Ziel! Ich bin zwar an einem echt schönen Punkt angekommen, aber nur weil es auf Berg „Wohlfühlen“ schön ist, ist es noch lange nicht Berg „Abnehmen“! Ich bin (wie es in Woche 2 oder 3 in einer der Lektionen heißt) auf die – für mich – falsche Leiter gestiegen.
  • Essanfälle: Ja, die hatte ich auch schon vorher. Nein, ich habe kein psychisches Problem. Mein Leben läuft – wie das von allen anderen – nicht perfekt, aber dadurch entwickelt sich lange keine so extrem ausgeprägte Essstörung, wie ich sie in den letzten Monaten aufwies.

Für den ersten Punkt bin ich intueat einerseits dankbar, andererseits liegt hierin meine volle Kritik am Programm: Ich finde meinen Wohlfühlstatus momentan super, auch wenn ich von der künstlichen Verkopftheit, die ich noch während des Programms hatte, schon weit Abstand genommen habe. Wenn ich mich bei dem Programm angemeldet hätte und über 300 Euro bezahlt hätte, weil ich mich wohlfühlen wollte, war das Programm ein voller Erfolg. Aber intueat wirbt mit meinem WohlfühlGEWICHT, und nein, da bin ich noch weiter von entfernt als vor dem Programm. Ich gebe es zu: Ich hätte das Geld nicht fürs Wohlfühlen gezahlt. Und ehrlich: die Werbung spricht nunmal vor allem Leute an, die abnehmen wollen.

Für den zweiten Punkt kann intueat nur bedingt etwas. Ich bin ein sehr verkopfter Mensch. Ich wollte dieses Programm als „Musterschülerin“ absolvieren. Dass ich Essanfälle hatte, war mir schon vor dem Programm klar, aber damals waren sie eine ganz andere Qualität, als das, in was sie sich entwickelt haben (übrigens seit ich Abstand von iE nehme – ca 2 Wochen nun – waren auch die Essanfälle kein so großes Thema mehr). Ich habe nach circa einem Monat meines Programmstarts weitere Literatur hinzugezogen, ich habe ettliche Bücher über intuitives Essen und Essanfälle gelesen und irgendwann habe ich mich mit einem Problem identifiziert, dass ich so in der Ausprägung gar nicht hatte.

Ich habe mich nun entschieden das Thema Essen und somit diesen Blog auf Eis zu legen, ich will mich nicht mehr damit beschäftigen und mich deswegen mit etwas identifizieren, was ich gar nicht bin. Die liebe eatlovemeditate (hier findest du ihren Instagram Account) rezensiert momentan das Buch „Secrets from the eatling lab“ (Freie Überesetzung: Geheimnisse aus dem Esslabor) auf ihrem Blog – sie hat übrigens auch mit iE angefangen und wendet sich momentan ganz unabhängig von mir, bewusst davon ab. Das Buch gibt es gerade noch nicht auf Deutsch, deshalb erzählt sie, was sie daraus mitnehmen konnte, damit diejenigen, die nicht so gut Englisch verstehen, auch schonmal von ihren Erkenntnissen profitieren können. Die Autorin beschreibt in dem Buch, dass intutives Essen vor allem aus zwei Gründen nicht funktioniert: weil das menschliche Gehirn nicht dafür gemacht ist, Süßigkeiten zu wiederstehen, wenn sie vor einem stehen und dass viele aus iE nur wieder eine Art Diät mache. Wir geben viel viel Wert auf unsere Gedanken und fangen wieder an analysieren „Bin ich wirklich hungrig genug? Habe ich das jetzt achtsam genug gegessen? Wollte mein Körper nicht vielleicht doch lieber die Banane statt dem Apfel? Bin ich wirklich Satt? …“

Also das hier geht an alle, die bisher noch nicht ihren gewünschten Erfolg erzielt haben: Wir fokussieren zu stark auf Essen und durch den Fokus, machen wir das Thema wieder zu einem ganz anderen Problem. Wer den Fokus völlig ablegen kann und trotzdem ein paar gesunde Regeln beachtet (Die 90:10 Regel, die absolute Erlaubnis aus gesundheitlichen Gründen doch wieder leicht eingrenzen etc.) , kann ein intuiver Esser werden, aber dazu müssen wir nicht nur „Diäten vergessen“, sondern den ganzen Prozess weniger präsent und mehr INSTIKTIV verlaufen lassen.

Ich danke dem intueat Team dafür, dass sie mir das Wohlfühlen beigebracht haben. Ich danke allen meinen treuen Lesern, dass ihr mich in meinem Prozess so toll unterstützt habt. Jeder einzelne stille Mitleser und natürlich auch alle fleißigen Kommentierer bedeutet mir sehr sehr viel! DANKE 🙂

Eure Tina

P.S.: Ich habe einen neuen Instagram Account, folgt mir dort, wenn ihr Infos zum Start meines neuen Blogs bekommen wollt. Es wird vor allem um ganzheitliche Achtsamkeit und Selbstverwirklichung gehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ein paar treue Leser, mich auch dort besuchen kommen würden 🙂

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